Die Valle Maira gehört zu den botanisch vielfältigsten Regionen der Alpen – auch dank ihrer abgeschiedenen Lage. Viele Pflanzenarten sind endemisch, das heißt: sie kommen weltweit nur in diesem Tal oder unmittelbarer Umgebung vor.
🔍 Einige Beispiele, die ihr vielleicht schon entdeckt habt:
– Draba vallemariana – ein zartes Felsenblümchen, das nur an kalkhaltigen Steilhängen der Valle Maira gedeiht.
– Saxifraga florulenta – auch „Jahrhundert-Steinbrech“ genannt: Sie blüht nur einmal im Leben, nach bis zu 50 Jahren (!) – und nur in einem kleinen Gebiet der Südalpen.
– Berardia subacaulis – ein urtümliches Gewächs, das als „lebendes Fossil“ gilt und ebenfalls nur in den südwestlichen Alpen vorkommt.
Diese Pflanzen sind Spezialistinnen: Sie wachsen unter extremen Bedingungen – auf nacktem Fels, in Trockenrasen oder an Quellfluren. Jede Störung, jeder Tritt, jede Pflückaktion kann ihre fragile Existenz gefährden.
Deshalb gilt:
– Bitte nicht abseits der Wege gehen – auch kleine Tritte zerstören Lebensräume.
– Nichts pflücken oder entwurzeln – auch wenn’s noch so schön aussieht.
– Staunen erlaubt. Berühren lieber nicht.
P.S.: Einige dieser Pflanzen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten – ihre Rettung beginnt mit Achtsamkeit.