👀 Ein besonderes Auge für Bildung
Die Acceglieserinnen und Acceglieser haben im Laufe der Jahrhunderte der Bildung stets besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Statistiken besagen, dass 1861, mit der Einigung Italiens, 80 Prozent der italienischen Männer Analphabeten waren; in Acceglio lag ihr Anteil unter 10 Prozent, während der Analphabetismus bei Frauen höher war. Die offiziellen Daten berücksichtigten jedoch nicht, dass die Sitte der abendlichen Veillées sehr verbreitet war. Während dieser Treffen in den Ställen, über den langen Winter, lehrten diejenigen, die lesen, schreiben und rechnen konnten, die anderen – Kinder und Erwachsene – und vermittelten so elementare schulische Kompetenzen.
✝️ Sprachen und Verbreitung
Es scheint, dass die Kapuziner, die von den Savoyern im 17. Jahrhundert entsandt wurden, um der Präsenz calvinistischer Bewegungen entgegenzuwirken, die italienische Sprache in einem so abgelegenen und isolierten Gebiet verbreiteten (man denke nur daran, dass die Fahrstraße Acceglio erst 1896 erreichte). Bis dahin wurde Okzitanisch gesprochen und teilweise Französisch, aufgrund der Nähe und des Austauschs mit Frankreich, insbesondere mit der Provence. Tatsächlich brauchte man bis Mitte des 19. Jahrhunderts einen Tag zu Fuß nach Dronero – ebenso wie nach Barcelonnette in Frankreich.
🏫 Ein grundlegendes Vermächtnis (1863)
Das Jahr 1863 verzeichnet ein sehr wichtiges Ereignis für die Bevölkerung: das Testament von Davide Calandra, einem Bürger von Acceglio, der verfügte, sein Vermögen für ein wohltätiges Werk zu verwenden, das den Bau von Schulen in der Gemeinde und den kostenlosen Unterricht für alle Kinder – Jungen und Mädchen – gewährleistete.